web 2.1, der Kalender.

Wie ich ja schrieb, ich will das Web 2.1 und ich will einen Kalender.

Auf meinem Mac. Und auf meinem iPhone. Ok, bisher kein Problem, Kabel stecken und alles geht stressfrei. So bin ich das von Apple auch gewohnt und bisher war ja auch alles gut.

Nun habe ich inzwischen (seit mehr als 2 Jahren) ein Netbook, welches mit Ubuntu läuft. Ich liebäugele mit einem Android Endgerät. Manchmal bin ich ohne Rechner unterwegs, dann ist ein Webinterface cool. Adressen habe ich auch Unmengen, die wollen auch synchronisiert werden.

Ich möchte es auf meinem Server machen. Und, das mag komisch klingen, ohne PHP. Diese Blog ist in PHP geschrieben und wird früher oder später umgestellt, am liebsten auf etwas in Python. Aber das ist ein anderes Thema, falls da jemand Tipps und Ideen hat, bitte in die Kommentarfunktion.

Folgende Kalenderserver habe ich gefunden:

Bedework:

Bedework ist ein Monstrum. Postgresql, ApacheDS als LDAP, tomcat, etc. und schnell sind 4-6 GB RAM weg. Grundsätzlich ein tolles Tool, für den Landesverband, aber selbst dafür deutlich oversized. Um meine 4 Endgeräte zu syncen plus webinterface noch viel mehr.

Dingo:

Hat kein Webinterface. Wird nicht mehr gepflegt.

mod_caldav:

Leider kein Webinterface. Sieht auch nicht wirklich gepflegt oder ausgereift aus.

Radicale:

Ist radikal. Die Aussage liest sich für mich so: “Wir machen nur nach RFC und supporten nur Open Source Clients, der Rest der Welt geht uns am Arsch vorbei.” Schade.

Scalix:

Riecht komisch. Ehrlich, mir ist irgendwie unklar, ob/wie das Open Source ist, was damit war, was noch kommt usw. Nicht weiter angeschaut.

Zimbra:

Kommerz. Noch so ein Monster. Die coolen Syncfeatures gibt es nur gegen Geld. Vielleicht hätte ich es mir anschauen sollen. Vielleicht auch nicht. Kann halt mehr als Adressbuch und Kalender. Falls ich mal mit meiner jetzigen Lösung unzufrieden bin, dann schau ich es mir ggf. mal an.

Cosmo Server:

Den hab ich dann endlich auch benutzt. Ein java/tomcat Monstrum, aber das ging sogar. Habe dann meine Kalender importiert und das Teil benutzt. Adressen und Carddav kann es nicht. Dann hab ich meinen Mac geupdated und nichts ging mehr. Dann (erst) ist mir aufgefallen, das die Software kaum noch gepflegt wird, die Dokumentation deutlich grütziger ist, als ich dachte und das Vorhaben, mit aus dem svn “was frisches” zu bauen auch nicht so einfach ist. Habe dann noch lange das Webinterface benutzt, aber nur Webinterface suckt halt auch.

Darwin Calendar Server:

Habe ich auch ausprobiert. Ist hauptsächlich in Python geschrieben, was grundsätzlich erst mal cool ist. Hat kein Webinterface, aber durch das implizite “Apple” auch das versprechen, das ich zumindest mit meinem Mac wieder Syncen kann. Und dann vielleicht auch mit Thunderbird. Funktionierte auch am Anfang, aber auch nur auf dem Mac. Das Carddav Zeugs hab ich nie hinbekommen, die Doku ist grottig und es fing an, immer mehr nicht/schwer reproduzierbare Fehler zu schmeissen und Termine zu verlieren.

SOGo:

Ok, jetzt bin ich bei den Groupware Produkten angekommen. Und das Teil ist echt ein Exot: es ist mit GNUStep gebaut. ja, genau, GNUStep, von NeXTStep. Steckt auch in OSX drin, das Zeug. Konfiguriert sich über “default write sogod blafairgendwas=wert”. Verlangt nach ‘ner Datenbank und kann mit LDAP. Lebt hinter einem reverse-Proxy, bei mir ist das ein Apache. Ich hab mir dann wirklich die Mühe gemacht, OpenLDAP zu lernen und zu installieren, aber auch nur, weil ich das schon lange auf meiner ToDo Liste hatte und ich auch meine anderen Dienste dagegen authentifizieren lassen will. Macht es dann einfacher, Dienste für Freunde anzubieten, aber das ist ein anderes Thema. Nach einer LDAP Pause und ein wenig gefrickel funktionierte dann das Webinterface und ist einfach großartig. Es kann Doppelklicks und Kontextmenüs, ich kann Termine einfach mit der Maus verschieben, der Mailclient bedient sich wie Thunderbird und ich war erst mal positiv überrascht. Dann (mal wieder) alle Kalender im iCal gebackuped, gelöscht, den CalDAV Account angelegt und wieder importiert. Es funktioniert. Immer noch. Dann die Farben im iCal geändert und die nächste positive Überraschung erlebt, im Webinterface haben sich die Farben mit geändert. Den Account im iPhone angelegt und meine Kalender waren da. Meine Kontakte gesichert, im Adressbuch den Account angelegt, was ein wenig hakelig war und die Kontakte kopiert. Hat auch funktioniert. Im den Account eingerichtet und mich gefreut. Dann auf mein Sorgenkind geschaut, das Ubuntu Netbook. Es gibt eine SOGo-CardDAV Thunderbird extension und mit der hatte meine Thunderbird Adressbuch plötzlich meine Kontakte. Ich bin fast in die Hose gekommen. Außer dem gibt es eine Lightning Variante, die funktioniert. Ich musste zwar jeden Kalender einzeln anlegen, aber ich habe Kalender auf meinem Netbook. das hat (bei mir) vorher noch nie funktioniert. Sogar Evolution kann Kalender und Adresse syncen, zumindest wenn es gute Laune hat.

Fazit:

Bisher bin ich zufrieden. Als nächstes werde ich Funambol und den Funambol-Connector installieren, dann sollte es auch mit Android gehen, allerdings gibt es auch eine App, die Android mit dem Server verbindet, an der Stelle interessiert mich der Vergleich zwischen den beiden Herangehensweisen. Es funktioniert flüssig, der Speicherverbrauch hält sich in Grenzen, das Webinterface ist bedienbar und es hat noch keinen Fuckup erzeugt. Und es sieht so aus, als ob es im Bedarfsfall massiv skalieren kann.

Falls es dabei bleibt, kann ich das nächste Projekt angehen: iFolder.

This entry was posted in network, software and tagged , . Bookmark the permalink.

6 Responses to web 2.1, der Kalender.

  1. Falk says:

    Danke, SOGo war, was ich gesucht hatte. Den restlichen Ranz hatte ich auch schon durch.

    Gut, daß du schon einen LDAP Server hast, da kannst du dann gleich dein iFolder gegen authentifizieren 😉 Bei mir rennt das SOGo jetzt gegen die mysql DB die auch gleich IMAP und SMTP authentifiziert.

    Damit hat jeder Mailuser automatisch einen Kalender, wenn er will 🙂

  2. yoshi says:

    du willst weg von php?
    ich bin nen werc fan: http://werc.cat-v.org/

    • alx says:

      Weg von PHP im Sinne von weg von WordPress. Ich habe weder Zeit noch Lust, mir ein komplettes WordPress Äquivalent selbst zu schreiben, daher schau ich gelegentlich, was es so gibt. Für eigenes Geraffel tendiere ich eher zu Python und Django.

  3. ruebezahl says:

    DaviCAL. mit CalDAV/CardDAV Connector fuer android kein problem, der apfelkram kann damit auch prima. Hier im Einsatz mit 3 ios-geräten, 2 androids, 4 macs und zweimal ubuntu.

    • alx says:

      Das ist PHP code von unfassbar schlechter Qualität. Also abgesehen davon, das ich grundsätzlich kein PHP verwende, habe ich mit von jemanden erzählen lassen, wie gruselig sowol der code als auch die Implementation von CalDAV ist.

      Und, das Webfrontend, was man sich da ranfrickeln kann sieht auch nicht wirklich toll aus.

  4. andreas says:

    bist du nach einiger zeit immernoch zufrieden?

Comments are closed.