Piratinnen

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Hmmmm, schwieriges Thema, ich glaube nicht, das die vorgeschlagenen Maßnahmen möglich, bzw kompatibel sind:

Piratin in die Satzung: bestimmt möglich, aber ändern wird es nichts.

Ordnungsmaßnahmen für Sexismus, Misogynie und Antifeminismus: Erstmal ist das die Forderung, Gesinnung zu bestrafen. Sexismus zu sanktionieren ist eine Facette von aktiver Antidiskriminierungspolitik und sollte in ein Bündel eingebettet werden, das auch Homophobie, etc. beinhaltet. Also keine explizite Frauensache, trotzdem extrem wichtig. Misogynie, also Frauenhass fällt unter Hass, das muss gleichgestellt sein mit jeder anderen Form von Hass. Allerdings auch sehr schwierig, wenn jemand einen Hass auf gewisse Gruppen von Lebensformen hat, dann wird es schwer, damit eine Innerparteiliche Ordnungsmassnahme zu begründen. Der/Die Hassende muss schon etwas konkretes getan haben, die reine Gesinnung reicht nicht. Auch sind die Grenzen schwer zu ziehen, Piraten haben im Allgemeinen wenig Verständnis für Null Toleranz Politik. Und, wenn wir alle Frauenhasser rausschmeissen, dann müssen wir konsequenterweise auch alle Männerhasserinnen rausschmeissen. Männerhass ist sehr subtil und schwer zu erkennen, das trifft dann auch mal die falsche. You get the Point?

Und damit zum nächsten Punkt: Gegen Typen wie … müssen Ordnungsmaßnahmen ergriffen werden. So etwas ist sehr einfach zu schreiben. Damit endet es aber auch. Eine solche Forderung auch nur Ansatzweise mit den Prinzipien von innerparteilicher Demokratie, der Satzung und dem Parteiengesetz in Einklang zu bringen ist nicht möglich. “Typen wie … abstrafen” ist fern einer jeden objektiven Gerichtsbarkeit, damit hätten wir Willkür, Terror und Gesinnungsjustiz Tür und Tor geöffnet. Sorry, das kann man so einfach nicht lösen. Damit meine ich nicht, das man es nicht lösen kann, aber das ist kein Ansatz.

Ja, es gibt eine AG-Gender, diverse Chromosomengruppen, Schwul/Lesbische Gruppen. Die im wesentlichen durch Leenas Alleingang massiv diskriminiert wurden, da der Eindruck entstanden ist, das es diese Gruppen nicht gibt bzw. diese keine Arbeit leisten.

Ja, und was das Verhöhnen betrifft, da können die ernsthaften Väterrechtler und Männerrechtler Lieder von singen, sie werden mit den Dumpfbacken und Nazis in einen Topf geworden und müssen genau so um Anerkennung kämpfen, wie es die Frauen seit über 100 Jahren tun. Ich wünsche mir, das sich die Feministen und Maskulisten ein anderes Schlachtfeld als die Piratenpartei suchen, aber dafür ist es ja schon lange zu spät. Wie auch immer, Gesinnungsbestrafung ist kein Weg.

Das heisst alles nicht, das kein Handlungsbedarf vorliegt, aber sehr viele Frauen in der Partei sind der Meinung, das wir neue Wege brauchen und nicht die Methoden von gestern in der Welt von heute.

Aber bitte ohne Hexenjagd, und bitte auch nicht die Hexer verfolgen. Niemand hat die Absicht einen Scheiterhaufen zu errichten.

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13 Responses to Piratinnen

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  2. Isquierda says:

    So lange Sie nicht begreifen wollen, dass die Forderung nach verwendung des Begriffs “Piratin” kein “Gendering” oder gar “Feminismus” sondern simple Anwendung aktueller Normen zur deutschen Grammatik sind, hat eine Diskussion wenig sind. Eine “Piratin” ist noch lange keine Feministin noch muß sie so etwas wollen oder vorhaben, sie will nur eine Frau sein dürfen und als solche anerkannt werden. Aber wie Sie eine solche Forderung als Gender Mainstreaming hinstellen und bockbeinig sich gegen so simple Kleinigkeiten, wie die korrekte Anrede stellen, sehe ich für die Demokratie bei den Piraten keine Chance. Sie benehmen sich hysterisch, wenn Sie Frauen die höfliche, respektvolle Anrede verweigern, weil Sie es für Feminismus halten.

    Ich habe mir Piraten cooler vorgestellt, aber Sie haben ja nur noch die Hose voll. Das ist ja peinlich.

  3. alx says:

    Liebe Isquierda, falls du das warst,
    ich wollte ursprünglich per mail rückfragen, da ja einige Leute versucht haben, dich mit gefakten Kommentaren zu diskreditieren. Nun gibt es zumindest einen neuen Beitrag, der direkt Stellung nimmt: http://isis-welt.blog.de/2010/03/11/piraten-angst-8158009/

    Du beschwerst dich darüber, das ein Impressum fehlt. Ich zitiere mal aus deinem Impressum:
    „Wer auf der Impressumspflicht besteht, ist ein möglicher Stalker, er plant, eine Frau zu belästigen. Wer kein potenzieller Sexualstraftäter ist, interessiert sich auch nicht für die Adressen und Telefonnummern fremder Frauen!“

    Nun gibt es einen kleinen, aber bedeutenden Unterschied (immer diese kleinen unterschiede): meine Domain hat einen whois Eintrag in der RIPE Database. Bei dir erfordert es erst massives gegoogle, um Name, Telefonnummer und Adresse herauszufinden.

    Du greifst die Form an. Ja, tatsächlich arbeite ich nicht als Autor, ich bin einer der vielen “Nerds”, welche politisiert wurden, weil die Politik in ihren natürlichen Lebensraum eingegriffen hat. Schreiben muss ich erst lernen. Genau so, wie du noch bloggen lernen musst, schau dir doch einfach mal die trackback Funktion an, dann taucht dein Artikel hier unter den Kommentaren auf.

    Viele Menschen bewegen sich auf neues Terrain, Menschen wie du lernen Internet, Menschen wie ich lernen Politik. Deshalb mit Schlamm zu schmeissen ist allerdings nicht gerechtfertigt, sachliche Kritik hätte gereicht. Ja, klassische Politik hat mit sachlicher Kritik nichts zu tun, aber wir wollen ja auch einen neuen Politikstil.

    Ich würde mich freuen, wenn du statt Polemik und Kraftausdrücken und unpassender Arroganz einfach mal meinen Kommentar sachlich zerlegst. Ich will damit auch nicht sagen, das du Inkompetent bist, aber du versteckst deine Kompetenz grade sehr gut.

    Es gilt das alte Gärtnersprichwort: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

  4. Isquierda says:

    Der zweite Beitrag ist nicht vor mir. Sie hätten zurückfragen sollen. Ich bitte Sie den Fake zu löschen!

  5. Isquierda says:

    Zudem: Sie haben das mit dem fehlenden Impressum falsch verstanden. Wie so vieles. ICH mahne natürlich niemanden, vor allem keine privaten Blogs, an. Das machen doch nur Piraten, zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit im Internet, um dann ihren Cyber-mob loszujagen. Das wünsche Ihnen nicht.

  6. alx says:

    Der Kommentar wurde entfernt. Schönen Grüß vom Cybermob.

  7. Isquierda says:

    Recht herzlichen Dank.

    Im Übrigen ist meine Arroganz nicht unberechtigt. Wie kommen Sie darauf? Weil ich eine Frau bin?

    🙂

    Mir geht es gut, ich hatte nichts zu meckern. Und dann kamen die Piraten erzählen was vom Schutz der Bürgerrechte, verweigern diese aber den Frauen, sprechen über Datenknappheit und mahnen wie die Blöden jeden Scheiß ab, wollen Anonymität und Freiheit im Netz und mobben jetzt anonym gegen ihre Kritiker, die sich an diesen Widersprüchen reiben, wie es vorher nicht gesehen wurde.

    Der größte Vorwurf, den ich Piraten zu machen habe, ist die Verwendung linker – und wenigstens dort durchaus ernst gemeinter – Parolen, deren Inhalte sie mit Füßen treten und ins Gegenteil verkehren. Was ihr auch hier vorgeführtes Unvermögen angeht, sich in die soziale Wirklichkeit einzudenken (Jaaa, wir haben wirklich eine Bundeskanzlerin!), so regt mich das nicht sonderlich auf, es macht die Piraten eben nur unwählbar. Denn wie gesagt, ich bin keine Piratin und erst recht kein Pirat. In beharrlicher Konsequenz meine Argumente für die Verwendung der weiblichen Bezeichnung (und somit den Duden) zu ignorieren, macht sie zu einem.

    MfG

    Isi

  8. alx says:

    Na, dann sollten wir doch mal dringend einen kopierschutz für linke parolen einführen, am besten auch gleich einen für parteiprogramme. Es ist so weit, die linken müssen unter den schirm des gesetzgebers, weil sie angst vor dem diebstal geistigen eigentums durch piraten haben. Schöne neue welt.

    Sie, meine liebe haben ein problem, sie brauchen dringend gründe die piraten abzulehnen. Und grad der LV Berlin ist da ein denkbar unschönes angriffziel, wo der oberste beischläfer der berliner polys im schiedsgericht ist, der Vorstand aus Frauen und Schwulen (und einer quoutenhete)besteht und die Pressefrau sie durch 2 artikel zu Geschlechterdekonstruktivismus mit Leichtigkeit zerlegt.

    Ja, meine liebe, das tut weh, da ist ‘ne coole Truppe, so bunt, das die monogamen heten eine minderheit sind und Sie sind nicht dabei.

    Husch husch, jetzt aber schnell zurück zum schmollen in die Ecke und noch ein bischen schimpfen. Und das nächste mal suchen sie sich doch einfach einen uncoolen LV, einen, der nicht Taz Artikel per flüsiger demokratie kollaborativ bearbeitet und einfach mal geil abliefert.

    Achneee, warten sie mal, differenzieren ist ja doof, es geht ja darum internet zu lernen und das erste was frau lernt ist trollen. ups, sorry, dann ist es mir eine ehre, die andere backe hinzuhalten, um ihre trolligen gehversuche im netz ein wenig zu unterstützen. Wenn sie dann zu einer ernsthafen diskussion bereit sind, dann melden sie sich noch mal? Vielleicht sogar mit einem Trackback?

    Morgendliche Grüsse aus Berlin, geniessen sie den aufkommenden Frühling.

  9. PhLo says:

    Huch! Sie siezen sich hier ja. Wie irritierend in diesem Internet. So nun:

    Die Dame, der Herr,

    bitte wischen Sie sich den Schaum vom Mund und stellen das Hyperventilieren ein. Danke!

    Langsam habe ich das Gefühl, diese unsägliche Debatte ist so alt wie der Versuch sich außerhalb des bestehenden Diskurs zu positionieren. Zumindest höre und führe ich sie seitdem ich versuche mich politisch zu engagieren. Und um ehrlich zu sein, seit spätestens 1997 hab’ ich keine grundlegend neuen Argumente mehr gehört. Vielleicht sollten alle Beteiligten dieser Debatte sich endlich, endlich mal die Mühe machen sich was Neues einfallen zu lassen. Ich habe gerade auch keine konkrete Ahnung, wie das aussehen soll aber ich bin es leid jedes Frühjahr die gleichen E-Mails und Blogeinträge nur auf anderen Listen zu bekommen.

    Ein viel zu selten aufgegriffener Vorschlag wäre die konsequente Verwendung des Neutrum – das Pirat, Pirates, Pirater oder was auch immer zu diesem Thema vom nächsten Parteitag beschlossen wird.

    Weitermachen aber nicht so.

    Mit freundlichem Gruss

    PhLo

    PS: Und wer die Israeldebatte bei den Piraten aus’m Hut holen will sollte sich bitte vorher über bereits geführte Debatten erkundigen, ich hab’ diesen Herbst was anderes vor.

  10. Isquierda says:

    Sie können nicht Totalitarismus machen und es Basis-Demokratie nennen oder subtil die Demokratie abschaffen und “liquid feedback” dranpappen, ohne dass es niemandem auffällt. Linken, glauben Sie mir, fällt es ganz sicher auf – darum bin ich hier.

    Und ihre Pöbeleien können Sie stecken lassen. Die Piraten sind so langweilig wie jeder andere demokratiferne Kasperverein auch. Dre einzige Grund, mich näher mit ihrem Mist zu beschäftigen, erkennen Sie bitte in der tatsache, dass sie linke Ideen korrumpieren und somit Ideale in Verruf bringen, die mir wichtig sind. Sie schreien Basisdemokratie und machen Undemokratie – das geht so nicht.

  11. gr33n says:

    “Misogynie, also Frauenhass fällt unter Hass, das muss gleichgestellt sein mit jeder anderen Form von Hass.”

    Wobei jeder Person zu überlassen ist, was er oder sie hassen will und darf, zum Beispiel die U-Bahn, Frauen, Sex, das Fernsehen oder den Kapitalismus. Oder eine ganz neue Partei, welche die Nase vorn hat.

    Charaktertest ist, ob du dir das Establishment oder arme Schweine rauspickst, wie beim Guido.

  12. Isquierda says:

    Oh, der Cyber-Mob rollt an….

    Räumen Sie hier auf oder baden weiter in “liquid feedback”. Ist ihre Entscheidung. Diesem Gepöbel stelle ich mich nicht.

  13. alx says:

    Oh, wie ich in den Wald reinpöbel, so pöbelt er zurück. Lösch ich das gepöbel, wird “Zensur” gepöbelt, lass ich es stehn, wird “gepöbel” gepöbelt.
    Ich lass es erstmal als schlechtes beispiel stehen, immerhin wertet es ihre kommentare massiv auf, in dem es die messlatte für getrolle neu setzt.

    Und so müssen wir piraten uns vorwerfen lassen, wir hätten trolle in unseren reihen und die linken werfen alle mit steinen.

    Schön, das wir mal drüber gesprochen haben.

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